Das Casentino-Tal - Stätten des Glaubens
Camaldoli-Kloster

Camaldoli
Dank dem Nebeneinanderbestehen von Einsiedelei und Kloster stellt Camaldoli eine der lebendigsten Stätten des italienischen Mönchtums dar.
Im Jahre 1012 kam der Heilige Romuald mit einigen Jüngern bei dieser Stelle an und ließ hier die ersten fünf Mönchszellen zusammen mit einer kleinen Kapelle bauen. Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Kloster zeigt sehr einfache Linien und umgibt einen mit nur zwei Reihen von Rundbogen versehenen «Bergkreuzgang». Besonders bemerkenswert sind die fünf von Vasari bemalten Tafel, die in der Kirche von «S.S. Donato e llariano» bewahrt werden, bei denen der manieristische Stil, mit dem Altarbild der Kreuzabnahme Jesus, seinen Höhepunkt, was die Verwendung von Formen und Farben betrifft, erreicht. Sehenswürdig ist die alte Apotheke oder altes galenisches Labor.
Einsiedelei von Camaldoli
Die einige Kilometer oben gelegene Einsiedelei stellt das klösterliche Leben (Gemeinschaftsleben) mit dem einsiedlerischen Leben (einsamen Leben) zusammen und schafft damit ein Gleichgewicht zwischen Einsamkeit und Gemeischaftsleben.
Bei der wegen der Mönchszellen besonders eindrucksvollen Einsiedelei ist es möglich die schmucklose Zelle des Hl. Romualds zu besuchen, die im Gegensatz zur Kirche steht, die nach dem neapolitanischen Barockstil errichtet wurde und wertvolle alte und moderne Kunstwerke aufweist.
Wallfahrtsort La Verna
Der Berg von la Verna ist eine der «heiligsten Stätten des Christentums» und ist
mit dem Leben des
Heiligen Franzes aus Assisi unauflöslich verbunden, der hier im September 1224 von Christus «das letzte Siegel» der Wundmale bekam.
Reich an Schönheiten der Natur und an Kunstwerken, stellt La Verna schon seit
fast acht hundert Jahren den Anziehungspunkt und den Mittelpunkt für die
Verbreitung der franziskanischen Botschaft dar.
Der Wallfahrtsort besteht insgesamt aus einem weiten und gegliederten Baukomplex
mit vielen aus verschiedenen Epochen stammenden Gebäuden, der aber über eine
gewiße und besondere Baueinheit verfügt. Die kleine Kirche von Santa Maria degli Angeli, die Chiesa Maggiore oder Basilika, der «corridoio delle Stimmate» (Gang der Wundmale), mit Fresken über das Leben des Heiligen, die Chiesa delle Stimmate (Kirche der Wundmale), die als Herz dieses Wallfahrtsorts gilt, gehören dieser Gesamtheit. Beim Wallfahrtsort La Verna hat Andrea della Robbia, wie von Vasari berichtet wird, «viele Tafeln durchgeführt, die sich in dieser wüsten Gegend erhalten haben, wo sich kein Gemälde auch nur wenige Jahre lang erhalten hätte».
Hier, beim «Sasso Spicco» («Hängenden Stein»)... «dachte» - Francesco - «nach und für die Passion seines gekreuzigten Jesus vergieß er bittere Tränen».
Basilika und Wallfahrtsort Santa Maria del Sasso (Bibbiena)
Der Wallfahrtsort von Santa Maria del Sasso, mit ihren klaren Linien, die typisch des reinen Renaissancestils sind, liegt einen Kilometer von der Siedlung Bibbiena entfernt. Im Zentrum der oberen Kirche befindet sich ein kleiner Tempelbau, der die
Madonna des Felsens (Madonna del Sasso) in der Darstellung von Bicci di Lorenzo zeigt, und der auf einen kleinen Stein erbaut wurde, der den Gipfel eines massiven Felsens, des sogenannten
Sasso, darstellt. Davon nimmt der Wallfahrtsort seinen Namen, der eng mit einer seltsamen Tradition des Marienkults verbunden ist, die soviel des Rücksichts würdig gewesen sein soll, den Architekten der Notwendigkeit zu überzeugen, die Basis des großen «Felsens» durch die Errichtung einer unteren Kirche in Sicht zu lassen. Bei dieser Kirche wurde die Holzfigur der
Madonna del Buio (Madonna der Finsternis), ein Werk aus der Schule Donatellos, gesetzt. Die dritte Kirche weist ein wertvolles Leinwandgemälde von Lappoli auf. Bei der oberen Kirche befinden sich ein Terrakotta-Werk und Werke von Fra` Paolino del Signoraccio, Ligozzi, und Ludovico Buti. Der Chor zeigt eine große Altartafel mit der Himmelfahrt Marias von Fra` Paolino und Fra` Bartolomeo.
Im Innern weist das Kloster einen prunkvollen Kreuzgang aus dem 16. Jahrhundert auf.
Kloster von St. Giovanni Evangelista auch Kloster «der Kamaldulenser-Nonnen» genannt (Pratovecchio)
Das dem Hl. Evangelisten Johannes gewidmete Kloster bewahrt im Innern Kunstwerke wertvoller Aufführung. Bei der alten Apotheke befindet sich ein 2-
Meter-großer Brennkolben aus Stein. In der Kirche kann man den zentralen Teil eines Polyptychons mit der Himmelfahrt Marias, eines Werks vom sogenannten
Maestro di Pratovecchio, bewundern. Das Gemälde mit der
Krönung oder
Verklärung der Jungfrau ist auf Giovanni Bizzelli, einen
Vertreter der letzten Generation der Manieristen, zurückzuführen.
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