Urlaub Toskana

Ferien im Casentino-Tal

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Casentino-Tal
 
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Das Casentino-Tal - Ort historischer Kämpfe

Das Casentino-Tal ist von wichtigen Verbindungsstraßen überquert und wurde deshalb schon seit dem Altertum bevölkert. Die etruskische Zivilization hat beim Casentino verschiedene Spuren hinterlassen, wie die Votivfiguren des Sees der Idole auf dem Falterona-Berg oder den Altar beim Tempel von Pieve a Socana, da wo dann die Pfarrkirche von Sant`Antonino gegründet worden ist, ein Beispiel für das andauernde Betreiben eines Kultus während verschiedener Epochen.

Das Casentino-Tal wurde von den Langobarden im VI. Jahrhundert erobert. Verschiedene Pfarrkirchen, wirkliche Kunst- und Architektur-Meisterwerke, wurden dagegen zur Zeit der Expansion des Christentums auf dem Pfad der römischen Straße, die Flaminia Minor genannt wurde, gegründet.

Dieses Tal wird seit immer durch einen tiefen Mystizismus charakterisiert. Der Grund dafür liegt vielleicht in seinen abgeschiedenen Bergen und Wäldern, die eine ideelle Umwelt für Gebet und Andacht darstellen. Klöster wurden schon seit dem XI. Jh. gegründet, und darunter das von Camaldoli, das vom Heiligen Romuald gegründet wurde, und der Wallfahrtsort von La Verna, da wo der Heilige Franz die Stigmata bekommen hat.

Der Feudalismus wurde durch die Regierung der Grafen Guidi charakterisiert, sowie der adeligen Familien der

Casentino - Poppi
Ubertini und der Tarlati. Das Tal wurde damals durch einen dichten Netz von Schlößern charakterisiert: einige darunter sind heutzutage noch gut erhalten worden.

Während des XII. und des XIII. Jh. begünstigte der wirtschaftliche Aufschwung das Phänomen der Pilgerfahrten, die besonders durch das Casentino-Tal nach Rom und dem Pilgerweg von Alpe di Serra gerichtet waren und die deshalb Mitteleuropa und Süddeutschland mit Mittelitalien in Verbindung setzten.

Da die Handelsbeziehungen besonders in den Städten getrieben wurden, begannen die von der kaiserlichen Macht nunmehr befreite Stadt von Florenz und die von Arezzo Ihr Gebiet auf Kosten der feudalen Herren und der Nachbarstädte auszudehnen. Der Kampf zwischen den zwei obengenannten Städten verschärfte sich wegen der Teilung zwischen Weifen und Gibellinischen Faktionen. Am 11. Juni 1289 erlebte das Casentino-Tal bei Campaldino einen epischen Kampf für die Toskana, als die Florentiner und die Weifen die Aretiner und die Gibellinen besiegten. Der Legende nach soll sogar der junge vortreffliche Dichter Dante beim Kampf teilgenommen haben, den er bei seinem Göttlichen Komödie erwähnt hat.

Während der ersten Jahrzehnten des 14. Jh. wurden Arezzo und die feudalen Schlößern von Florenz erobert: die Eroberung des Casentino-Tals wurde im Jahr 1440 mit dem siegreichen Kampf von Anghiari vollendet, als der letzte Vertreter der Grafen Guidi, Graf Francesco aus Poppi, der ein Bündnis mit den Visconti gegen Florenz geschlossen hatte, dazu gezwungen wurde seinen Besitz aufzugeben.

Seit dem 15. Jh. blieb das Casentino-Tal mit dem Schicksal Florenz und der Toskana verbunden. Die mit den Wallfahrtsorten von Santa Maria del Sasso und la Verna verbundene Medici-Signoria hatte besonders enge Beziehungen zur Familie Dovizi aus Bibbiena. In der Tat hat Kardinal Bernardo Dovizi zur Wahl von Giovanni de` Medici zum Papst Leone X. entscheidend beigetragen.

Eine Friedensperiode begann mit der Eroberung von Siena im Jahr 1557, dem Triumph von Cosimo I. und der Entstehung des Großherzogstums: Festungen gerieten in Verfall während Dörfer und Märkte beim Flachland gegründet wurden. Die Wälder des Casentino-Tals waren für Florenz wichtig, denn sie lieferten das Holz für den Aufbau der Kuppel von Santa Maria del Fiore von Brunelleschi und für die Vorbereitung der großherzoglichen Flotte (Baustämme wurden durch den Arno-Fluß geliefert).

Mit dem Übergang des Großherzogtums der Medici-Familie zu den Habsburg-Lothringen im Jahr 1737 erlebte auch das Casentino-Tal eine Epoche der Reformen, die die Basis für die Toskana von heute gesetzt hat. Bernardo Tanucci aus Stia, Staatsmann im Dienst der Bourbon-Könige aus Neapel, war eine casentinesische berühmte Persönlichkeit im 18. Jh.

Die von der napoleonischen Lebensbahn unterbrochene Erfahrung der Lothringen-Regierung wurde im Jahr 1814 wiederaufgenommen. Im Jahr 1823 wurde der Böhme Karl Siemon {Carlo Siemoni auf Italienisch) damit beauftragt, die casentinesischen Forsten zu bewirtschaften. Er befreite das Land von einem jahrzehntelangen Verfall und trug zum wirtschaftlichen Aufschwung des ganzen Tals bei. Auf Initiative der Lothringen wurde die sogenannte Consuma-Straße aufgebaut, die das Casentino-Tal mit Florenz in Verbindung brachte.

Nach der Einheit Italiens, durch einen fortlaufenden auch wenn langsamen Industrialisierungsprozeß, wurden einige typischen Handwerksbetriebe, wie z.B. im Bereich der Wolle, zu wirklichen Industrien.

Die romantischen Jahrzehnte des 19. Jh. stellten eine besondere Periode für das Casentino-Tal dar. Das Tal wurde von den Italienern und den Ausländern wieder geschätzt und wegen der vielen Schlößern und Pfarrkirchen, der unzähligen mit Dante verbundenen Erinnerungsorte, wurde es zum Reiseziel von Dichtern und Schriftstellern, die seine Geschichte, Gewohnheiten und seine pittoresken Aspekte preisten.

Wenn viele Männer aus dem Casentino-Tal im Namen ihres Vaterlands zu Opfern des ersten Weltkriegs wurden, hat der zweite Weltkrieg durch den Rückzug der vom Vormarsch der Alliierten nach Norden und nach der Linea Gotica nunmehr gedrängten deutschen Soldaten dem Tal direkt getroffen.

Heutzutage bewahrt das Casentino-Tal, wenn auch vom industriellen und wirtschaftlichen Aufschwung beeinflußt, den Reiz eines Landes mit uralten Sitten und unzähligen Schätzen im Bereich der Geschichte, der Kunst und der Religion, mitten in einer Umwelt von besonderer Schönheit.


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